Grubendol
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| Evangelikale sind häufiger Schläger |
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| Zitat: |
Evangelische Freikirchler schlagen öfter ihre Kinder
In evangelisch freikirchlich engagierten Familien werden laut einer Studie des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen (KFN) Jugendliche von ihren Eltern auffällig oft geschlagen. Die Kinder der Freikirchler würden häufiger von ihrer Mutter und ihrem Vater gezüchtigt als der Nachwuchs von Katholiken, Protestanten oder Muslimen, berichtete der «Spiegel» unter Berufung auf die Studie. Die Forscher hatten tausende Jugendliche bundesweit nach ihrer Erfahrung mit Gewalt befragt.
Je religiöser die Eltern seien, sagte KFN-Direktor Christian Pfeiffer dem Nachrichtenmagazin, desto weniger habe es sie gekümmert, dass jede körperliche Züchtigung von Minderjährigen seit dem Jahr 2000 in Deutschland verboten ist. Pfeiffer bewertete das Ergebnis der Studie als überraschend, weil das Bildungsniveau der Freikirchler überdurchschnittlich hoch sei.
Laut Studie wurden Mädchen und Jungen, die ihre evangelikalen Eltern in der Umfrage als «sehr religiös» bezeichneten, nur zu 27 Prozent gewaltfrei erzogen. Mehr als jedes fünfte befragte Kind habe sogar angegeben, massiven Schlägen ausgesetzt zu sein.
http://www.liborius.de/nachrichten/ansic...tudie-evan.html |
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- Der Dieb von Bagdad
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17.10.2010 04:49 |
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Lui
Verstorben Mitte Juli 2015!
   
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17.10.2010 09:36 |
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Günter
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| RE: Evangelikale sind häufiger Schläger |
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| Zitat: |
Original von max1995
| Zitat: |
Original von Grubendol
.............. weil das Bildungsniveau der Freikirchler überdurchschnittlich hoch sei.
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Da hege ich aber berechtigte Zweifel. |
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Bei Freikirchlern allgemein trifft diese Analyse vermutlich nicht zu.
Bei Freikirchlern, die Freien Evangelischen Gemeinden (FeGs) angehören, könnte ich mir das schon eher vorstellen, weil in vielen FeGs nach meinen Erfahrungen eher gutsituierte Leute Mitglieder sind. In Familien, in denen mehr Geld zur Verfügung steht, sind die Bildungschancen bekanntlich auch in Deutschland höher! Das war unter Kohl so, das blieb unter Schröder so und das bleibt erst Recht unter Merkel so!!!
So lesen sich auch die Zeitschriften des Bundes-Verlages, der von den FeGs getragen wird, entsprechend:
Da gibt es sehr viele gute Beiträge, die sich aber meistens leider mehr mit den "Problemchen" des Mittelstandes beschäftigen. Über HartzIV habe ich tatsächlich erst einmal in einer Zeitschrift des BV gelesen!
(Übrigens, off topic, wer es nicht weiß: Der Verlagsleiter des SCM Bundes-Verlages ist ein Cuxhavener: http://christsein.com/ )
__________________ Liebe Grüße
Günter

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17.10.2010 23:33 |
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Lui
Verstorben Mitte Juli 2015!
   
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18.10.2010 18:32 |
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Günter
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19.10.2010 23:40 |
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Günter
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19.10.2010 23:41 |
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Günter
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Nun, als Evangelikaler sage ich: Manchmal höre ich von Mit-Christen Sätze wie "Mein Vater hat mich mehrmals windelweich geschlagen! Hatte ich auch immer verdient. Und es hat mir nichts geschadet!"
Ich meine, dass es dringend Zeit wird, sehr kritisch zu hinterfragen, ob man - weil es doch so "praktisch" ist - bestimmte Anweisungen aus dem AT einfach so auf die heutige Zeit und auf unserer System zu übertragen! Gott sei Dank wird in Deutschland ja auch nicht mehr gesteinigt, obwohl es auch diesbezüglich Anweisungen im AT gibt!!!
Jürgen Werth, Vorsitzender der Deutschen Evangelischen Allianz (und ERF-Direktor), fordert deshalb: "Wir müssen als Evangelikale sehr kritisch unsere eigene Pädagogik überprüfen."
Und: "Ich glaube, dass Gewalt kein Mittel der Erziehung ist."
| Zitat: |
"Freikirchler sind am unzufriedensten"
Studienleiter Pfeiffer erklärte gegenüber pro, warum seine Studie so viele christliche Gruppierungen unter dem einen Begriff "Freikirchler" zusammengefasst habe. Ursprünglich sollten tatsächlich einzelne Gruppierungen innerhalb der Freikirchen untersucht werden, also etwa Baptisten, Adventisten und Methodisten. Doch dann wären einzelne Schüler identifizierbar gewesen, etwa in Kleinstädten mit nur einem Gymnasium. Dies habe datenschutzrechtliche Bedenken ausgelöst. "Deswegen haben wir als Sammelkategorie die 'Freikirchler' genommen, auch wenn das keine wissenschaftliche Kategorie ist", sagte Pfeiffer gegenüber pro.
Der Kriminologe erklärte, dass der Anteil der Kinder, die gewaltfrei erzogen werden, unter "Formalchristen", die die Kirche nur zur Lebensdekoration wie Taufe und Heirat brauchen, 50 Prozent betrage. Bei den Hochgläubigen waren es hingegen nur noch 27 Prozent. Unter den Muslimen wenden demnach bei den hochgläubigen nur 35 Prozent Gewalt in der Erziehung an. "Da liegt der Verdacht nahe, dass diese Gruppe von Gläubigen sehr bibeltreu vorgehen und die im Alten Testament auffindbaren Stellen aktiv als Rechtfertigung oder als Handlungsleitlinie sehen", so Pfeiffer. Dabei hätten die Freikirchen einen höheren Anteil an Akademikern unter den Eltern, und einen deutlich niedrigeren Anteil an Hauptschülern unter den Kindern. "Generell gilt eigentlich, die höher Gebildeten schlagen ihre Kinder weniger, aber das ist bei den Freikirchlern offenkundig anders."
Weiter erforschten die Kriminologen die Zufriedenheit der Befragten. "Die Zufriedenheit ist mit Abstand am niedrigsten bei den Freikirchlern, mit nur 32 Prozent. Bei den Evangelischen sind es fast 50 Prozent, bei den Katholiken fast 53 Prozent der Leute, die mit ihrem Leben zufrieden sind", so Pfeiffer. Er schließt daraus: "Dieser Erziehungsstil der Evangelikalen wirkt sich nicht positiv aus, sondern nimmt den Kindern ihre Lebenszufriedenheit." Er selbst sei auch als Laienprediger unterwegs und habe auch schon drei Mal in baptistischen Gemeinden gepredigt, deshalb habe ihn das Ergebnis selbst überrascht. "Ich hatte einen denkbar positiven Eindruck von Baptisten gewonnen."
Die Forscher hätten auch psychische Gewalt erfasst, ebenso wie positive Behandlungen wie Schmusen und Trösten. "Positive elterliche Liebe wurde gleichgewichtig erfasst", sagte Pfeiffer. Weiter erklärte der Forscher, die Russischstämmigen seien herausgerechnet worden. "Unsere jetzt veröffentlichten Daten erfassen Personen, die in Deutschland geboren wurden und deren Eltern die deutsche Staatsangehörigkeit haben."
Auf die Frage nach einer möglichen Erklärung für die Ergebnisse sagt Pfeiffer: "Es scheint so, dass es sich hier um stark fundamentalistisch orientierte Menschen handelt, das sind Machtmenschen. Der Typ Mensch, der sich entscheidet, einer solchen Religion anzugehören, hat einen eher autoritären Charakter. Das Ganze macht auf mich aus der Ferne betrachtet den Eindruck einer Gruppe von Menschen, die in ihrem Glauben und in den innerfamiliären Ritualen im 18. oder 19. Jahrhundert stehen geblieben sind."
"Jesus predigte die Liebe"
Jürgen Werth, ehrenamtlicher Vorsitzender der Deutschen Evangelischen Allianz und Vorstandsvorsitzender von "ERF Medien", wies die Praxis der "Züchtigung" an Kindern zurück. "Das Gebot Jesu ist das Doppelgebot der Liebe, nämlich Gott lieben und den Nächsten lieben wie sich selbst", sagte Werth gegenüber pro. "Ich glaube, dass Eltern so mit ihren Kindern umgehen sollten, wie Christus mit seiner Gemeinde, oder wie Gott mit uns umgeht." Man müsse nur an die Geschichte vom verlorenen Sohn denken, diese stehe symbolhaft für das Verhältnis Gottes zu allen Menschen. Im Alten Testament stünden auch manche Anweisungen, die viele Leute dann wiederum nicht beherzigen würden, etwa dass man seine Tochter vor der Stadtmauer steinigen soll, wenn man sie beim Ehebruch erwischt hat." Für Werth steht fest: "Ich glaube, dass Gewalt kein Mittel der Erziehung ist." Dennoch hält er das Ergebnis der Studie für glaubwürdig. "Denn es gibt sicherlich Gemeinden, bei denen das gang und gäbe ist, seine Kinder zu schlagen." Er fordert deshalb: "Wir müssen als Evangelikale sehr kritisch unsere eigene Pädagogik überprüfen. Es wäre mal an der Zeit, eine biblisch begründete Pädagogik zu entwickeln."
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__________________ Liebe Grüße
Günter

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19.10.2010 23:56 |
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