toffil
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30.11.2009 10:41 |
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Grubendol
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30.11.2009 16:52 |
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toffil
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30.11.2009 17:00 |
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Lui
Verstorben Mitte Juli 2015!
   
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Was haben eigentlich alle gegen vermögende Menschen? Es sei "sozial ungerecht", dass in der Krise hauptsächlich die Bürger die finanziellen Folgen tragen müssten, die zur Verursachung nicht beigetragen haben", so Dieter Lehmkuhl, Mitunterzeichner der Initiative "Appell für Vermögensabgabe". Alle Bürger, die über ein Vermögen von mehr als 500 000 Euro verfügen, sollen eine Zwangsabgabe von fünf Prozent leisten, die dann in Bildung und Erziehung, höhere Hartz-IV-Bezüge und Bafög investiert würde, so der Mediziner. Haben diese Menschen etwa die Krise verursacht? Ist das jetzt gerecht?
http://www.welt.de/die-welt/article37825...r-Lehmkuhl.html
__________________
Man kann alles zensieren und durch Regeln beschränken. Nur dann darf man sich nicht wundern, wenn irgendwann viele weg bleiben.
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Ich baue grundsätzlich in allen Beiträgen absichtlich Rechtschreibfehler ein um den Leser und ganz speziell den "Klugscheissern" zusätzlichen Spaß zu bereiten und meine Beiträge interessanter zu machen.
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30.11.2009 17:07 |
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RaBoe
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01.12.2009 10:41 |
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Grubendol
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| Zitat: |
Original von toffil
| Zitat: |
Original von Günter
Zum Beispiel, dass die richtig in Reichen in Deutschland die gleichen Abgabequoten leisten müssen, wie es die Reichen in den vergleichbaren Ländern wie Frankreich, England oder den USA tun müssen.  |
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Eigentlich wäre es viel besser, wenn wir von dem "müssen" wegkämen hin zu Solidarität; also in etwa das, was Herr Lehmkuhl schon begriffen hat.
Ich fürchte aber, dass Solidarität für die vielen Neureichen ein Fremdwort ist und für ein Computerspiel mit Karten gehalten wird. |
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Aber Günters Ansatz ist richtig: es wird nur gerechter zugehen auf der Welt, wenn Steuern und Sozialpolitik vergleichbar werden, so dass die Staaten nicht mehr um Arbeitsplätze miteinander konkurrieren und nicht mehr derjenige den Reibach macht, der seine Arbeiter am effektivsten, d.h. zu den schlechtesten Konditionen, ausbeutet.
__________________ "So seid ihr Menschen: Wenn euer Bauch spricht, vergesst ihr den Verstand.
Wenn euer Verstand spricht, vergesst ihr euer Herz.
Und wenn euer Herz spricht, vergesst ihr alles."
- Der Dieb von Bagdad
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"Mir gefällt Ihr Benehmen nicht."
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Der Erleuchtung ist es egal, wie du sie erlangst!
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01.12.2009 14:28 |
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RaBoe
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| Zitat: |
Original von Grubendol
Aber Günters Ansatz ist richtig: es wird nur gerechter zugehen auf der Welt, wenn Steuern und Sozialpolitik vergleichbar werden, so dass die Staaten nicht mehr um Arbeitsplätze miteinander konkurrieren und nicht mehr derjenige den Reibach macht, der seine Arbeiter am effektivsten, d.h. zu den schlechtesten Konditionen, ausbeutet. |
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Ich vermisse Familien wie Bosch, Siemens, oder Krupp, und viele andere die sich auch sozial eingesetzt haben, wo sich zumindest die Ehefrauen für Wohnungen, Sozialpflege oder Schulen der Arbeiter sorgten. 
__________________ Geboren in Hadeln, in der Welt zu Hause.
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01.12.2009 14:44 |
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Günter
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| Zitat: |
Original von Quark
Zum Thema "unsoziales Deutschland" habe ich meine eigene Meinung. Ich denke nicht, dass Deutschand "unsozial" ist. Denn die Existenzsicherung durch Hartz-IV und der weiteren sozialen Leistungen werden von dem Großteil der Bevölkerung aufgebracht. Auch wenn jeder darüber streiten mag, wie hoch die sozialen Leistungen ausfallen, an dem Prinzip der sozialen Gerechtigkeit kann niemand rütteln. |
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Diese eigene Meinung sei Dir auch gegönnt und gelassen. Ich möchte nur zu Bedenken geben, dass es seit gut zehn Jahren die Entwicklung gibt, dass die Gewinne der Konzerne (Kapitalgesellschaften) mit Renditen bis zu 30 % unanständig hoch gestiegen sind, während die gleichzeitig massiv Arbeitsplätze abgebaut wurden! Anders wären diese hohen Renditen auch überhaupt nicht möglich!
Die unter rot-grün begonnene und unter schwarz-rot weitergeführte Deregulierung der Zeitarbeit löste in Verbindung mit der HartzIV-Gesetzgebung ein Lohn-Dumping in ungeahnter und völlig unsozialer Weise aus. Deshalb bildet Deutschland ja in der Lohnentwicklung im westeuropäischen Vergleich fast das Schlusslicht.
Ist doch klar: Konnte der Arbeitnehmer früher sagen "Nein, Unternehmer, für 7,50 € brutto mache ich keine Knochenarbeit" und der Unternehmer musste nachgeben, kann der Unternehmer heute sagen:
"Macht nichts, dann suche ich mir einen HartzIV-Empfänger! Der muss den Job annehmen und kriegt ja auch einen Zuschuss von der Stütze!"
Soweit sind wir in einem der reichsten Länder Erde gekommen: Die Großkonzerne sahnen hemmungslos ab und die Arbeitnehmer werden immer mehr ausgebeutet!
Ich frage auch mal: Wieso müssen die Kapitalgesellschaft diese hohen Renditen in nie erreichter Höhe einfahren? Und zusätzlich noch mehr Gewinne durch die von den Regierungen Kohl, Schröder und Merkel gewährten hohen Steuersenkungen (Körperschaftssteuer) unmoralische hohe Gewinne einfahren!
Bestes Beispiel sind die aktuellen, völlig ungerechtfertigen Erhöhungen der Energieerzeuger!!!
__________________ Liebe Grüße
Günter

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02.12.2009 20:19 |
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Günter
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Ein ganz schwacher Artikel in dieser ehemaligen SED-Zeitung!
| Zitat: |
Der Grund, warum zum Beispiel der Lohn im Friseurhandwerk so niedrig ist, liegt daran, dass es so viele Beschäftigte in diesem Bereich gibt. Würden nur wenige das Friseurhandwerk erlernen und eine Knappheit auf dem Arbeitsmarkt auftreten, dann würden die Löhne für Friseurinnen schnell steigen. Umgegehrt ist es genauso.
Da zum Beispiel der deutsche Mittelstand mehr Ingenieure einstellen muss, als auf dem Arbeitsmarkt zu finden sind, werden die Unternehmen versuchen, sich die Ingenieure gegenseitig abzuwerben und sich besonders um die bemühen, die noch keine feste Stelle haben. Uni-Absolventen werden leicht eine Stelle finden und auch Arbeitnehmer, die nicht zu den Besten in ihrem Fach gehören, haben eine gute Verhandlungsposition. Die Löhne für Ingenieure werden also steigen und zwar auch ohne Tarifvertrag.
http://www.freiewelt.net/blog-1096/%DCbe...erbraucher.html |
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Nun werden die meisten Frisieurinnen aber kaum die Möglichkeit haben, eine neue Ausbildung zu absolvieren, geschweigedenn zu finanzieren. Schon gar nicht können sie so ohne weiteres Ingenieurin werden!
Die Friseurbranche ist aber ein sehr gutes Beispiel, wie durch die großen Ketten die Preise - und in Kosequenz dessen auch die Löhne - immer mehr gedrückt haben. Wenn wir alle nicht mehr zu den Billigfriseuren gehen würden, die die Preisgestaltung in Deutschland ja weitgehend diktieren, dann könnte sich wieder ein Wettbewerb auf angeemssenem Niveau entwickeln.
Gut, Max, das weißt Du ja selber, sehr viel verdient haben die Frisieurinnen ja nie. Aber in den letzten Jahren gingen die Löhne in diesem Bereich - und ich spreche von voll ausgebildetetn Arbeitskräften! - ja nun absolut in den Keller!
__________________ Liebe Grüße
Günter

Dieser Beitrag wurde schon 1 mal editiert, zum letzten mal von Günter am 02.12.2009 20:55.
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02.12.2009 20:53 |
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Quark
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| Zitat: |
Original von Günter
Das ist natürlich die Frage. Nur mal ehrlich: Ich gehe etwa alle drei bis vier Wochen zum Putzer. Ob ich da jetzt 13 € oder 18 € ausgebe, das macht doch umgerechnet auf die anderen Kosten, die ich habe, wenig aus. Erst recht, wenn ich bedenke, wie viele Leute bei sehr teuren Versicherungen oder bei sehr so teuren Strom- udn Gasanbietern hunderte an Euros pro Jahr mehr zahlen, als sie müßten! |
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Mal 'ne Gegenfrage? Welche Milch käufst Du denn? Die Vollmilch vom Landwirt zum Preis von 1,20 €/l oder die Milch im Tetrapak für 0,49 €/l ? Das kannst Du doch in jedem Bereich so weiterführen.
Und was hat das Thema Strom-/ und Gaspreise mit einem "sozialen" Deutschland zu tun? Ob Du nun den Strom von diesem oder jenem Anbieter beziehst, damit änderst Du doch die soziale Situation in Deutschland nicht. 
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In der Politik geschieht nichts zufällig. Wenn es geschieht, dann kann man darauf wetten, dass es genauso geplant war. Franklin D. Roosevelt
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02.12.2009 22:11 |
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Grubendol
Mitglied
   
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Deutschland ist per se, also "im Ganzen", nicht unsozial.
Wir haben nur, und das ist Günters berechtigter Ärger, in den letzten dreißig der Verlagerung des gesellschaftlichen Vermögens von "unten" nach "oben" keinen Riegel vorgeschoben.
Steuererleichterungen schaffen entgegen der neoliberalen Theorie heutzutage eben keine neuen Jobs mehr, sondern führen in großen Konzernen fast immer zum gegenteiligen Ergebnis: der Streichung von Jobs infolge von angeblichen "Effizienzsteigerungen", die aber in den letzten zehn Jahren fast immer nur dazu geführt haben, dass die Unternehmen über kurz oder lang ihre Position im Weltmarkt verloren haben.
__________________ "So seid ihr Menschen: Wenn euer Bauch spricht, vergesst ihr den Verstand.
Wenn euer Verstand spricht, vergesst ihr euer Herz.
Und wenn euer Herz spricht, vergesst ihr alles."
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Der Erleuchtung ist es egal, wie du sie erlangst!
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02.12.2009 22:15 |
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Günter
Administrator
      
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| Zitat: |
Original von Quark
Aber ist Deutschland deshalb "unsozial", weil es Unternehmer gibt, die Gewinne einfahren, oder weil es Discounter gibt, die zu Preisen verkaufen, die eine marktgerechte Produktion nicht rechtfertigen können?
Trotz dieser "Missstände" muss doch die Mehrheit der sozial schwachen nicht um das Überleben kämpfen bzw. im Freien schlafen. Natürich bin ich auch für ein "Reichtum für alle", leider sind das nur Wunschgedanken, die keine Realität werden können. |
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Naja, sicherlich spielt da auch die Tatsache rein, dass die Großkonzerne (nicht der Mittelstand) seit einigen Jahren die niedrigesten Abgabeqouten von fast ganz Westeuropa haben! Dieses Geld fehlt jetzt natürlich dem Bund, den Ländern und den Kommunen. Und musste deshalb an anderer Stelle eingespart werden.
Für "unsozial" halte ich aber vor allem die Kombination aus der HartzIV- Gestezgebung und der Deregulierung der Leiharbeit. Und dem daraus resultierenden Lohndumping!
__________________ Liebe Grüße
Günter

Dieser Beitrag wurde schon 1 mal editiert, zum letzten mal von Günter am 02.12.2009 22:18.
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02.12.2009 22:17 |
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Günter
Administrator
      
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Ja, ich las gestern, dass fast zehn Prozent aller Deuschen auf Transfairleistungen des Staates angewiesen sind. Sicherlich sind unter diesen rund sieben Millionen Menschen auch welche, die keine Lust zum Arbeiten haben und es sich gerne auf Kosten der Arbeitenden gemütlich machen. Und es sind unter ihnen auch viele, die nicht oder nur wenig qualifiiziert sind.
Aber es sind unter ihnen auch Millionen, die durchaus qualifiziert sind, gute und anständige Vollzeitarbeit leisten unn trotzdem zur Arge gehen müssen. Diese Art Ausbeutung durch die entsprechenden Arbeitgeber halte ich in der Tat für sehr unsozial. Wobei diese Arbeitgeber aber nur bestehendes Recht nutzen, dass bekanntlich durch rot-grün geschaffen wurde.
Außerdem halte ich es für unsozial, dass die Millionäre in diesem Land lawinenartig immer reicher und reicher werden, man ihnen aber nicht einmal eine Vermögenssteuer zumuten will, diees in anhezu allen vergleichbaren Industrieländern gibt. So eine Steuer würden die doch überhaupt nicht wirklich merken.
Aber die Erhöhung der Mehrwertsteuer, die merkten vor allem die HartzIV-Empfänger! Aber auch die Friseurinnen, die Verläuferinen und die Facharbeiter! Aber auch der Mittelstand!
Für unoszial halte ich es auch, dass unserer Regierung die Kinder gut verdienender Eltern mehr wert sind als die Kinder von wenig verdienenden Eltern oder die Kinder von HartzIV-Empfängern!
__________________ Liebe Grüße
Günter

Dieser Beitrag wurde schon 1 mal editiert, zum letzten mal von Günter am 02.12.2009 22:39.
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02.12.2009 22:34 |
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Quark
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Dabei seit: 24.08.2007
Beiträge: 6042
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| Zitat: |
Original von Günter
Ja, ich las gestern, dass fast zehn Prozent aller Deuschen auf Transfairleistungen des Staates angewiesen sind. Sicherlich sind unter diesen rund sieben Millionen Menschen auch welche, die keine Lust zum Arbeiten haben und es sich gerne auf Kosten der Arbeitenden gemütlich machen. Und es sind unter ihnen auch viele, die nicht oder nur wenig qualifiiziert sind. |
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Das habe ich auch gelesen. Aber heißt das nicht, das 90 % aller Deutschen nicht auf Transferleistungen des Staates angewiesen sind? Und dass diese 90 % die Leistungen für die rund sieben Millionen Menschen erbringen? Denn der Staat zahlt gar nichts. Der Staat hat gar kein Geld. Das Geld kommt von den Steuerzahlern in diesem Land. Das ist unsozial?
| Zitat: |
Original von Günter
Aber die Erhöhung der Mehrwertsteuer, die merkten vor allem die HartzIV-Empfänger! Aber auch die Friseurinnen, die Verläuferinen und die Facharbeiter! Aber auch der Mittelstand! |
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Der Mittelstand hat die Erhöhung der Mehrwertsteuer gemerkt? Das verstehe ich nicht, das muss Du mir schon erklären. Jeder Unternehmen im Mittelstand ist Vorsteuerabzugsfähig. Jede Anschaffung, Investition, Beschaffung und dergleichen wird netto gezahlt. Also wie soll der Mittelstand die Mehrwertsteuererhöhung gemerkt haben? 
__________________
In der Politik geschieht nichts zufällig. Wenn es geschieht, dann kann man darauf wetten, dass es genauso geplant war. Franklin D. Roosevelt
Dieser Beitrag wurde schon 1 mal editiert, zum letzten mal von Quark am 02.12.2009 23:25.
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02.12.2009 23:14 |
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Günter
Administrator
      
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02.12.2009 23:34 |
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toffil
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| Zitat: |
Original von Grubendol
Deutschland ist per se, also "im Ganzen", nicht unsozial.
Wir haben nur, und das ist Günters berechtigter Ärger, in den letzten dreißig der Verlagerung des gesellschaftlichen Vermögens von "unten" nach "oben" keinen Riegel vorgeschoben.
Steuererleichterungen schaffen entgegen der neoliberalen Theorie heutzutage eben keine neuen Jobs mehr, sondern führen in großen Konzernen fast immer zum gegenteiligen Ergebnis: der Streichung von Jobs infolge von angeblichen "Effizienzsteigerungen", die aber in den letzten zehn Jahren fast immer nur dazu geführt haben, dass die Unternehmen über kurz oder lang ihre Position im Weltmarkt verloren haben. |
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Das ist der Punkt.
Wenn ich einem durchschnittlichen Südinder erzählen würde, Deutschland sei unsozial, würde der mir einen roten Punkt auf die Stirn malen und sagen, dort ist das Gehirn ausgetreten.
Aber die Frage ist immer, woran man sich orientiert, am kleinsten Nenner oder an dem, was machbar ist, oder besser noch an dem, was man mal hatte.
Und da gibt es ganz klar eine üble Abwärtstendenz und vor allem eine Umverteilung nach oben.
Wobei man aber auch die andere Seite der Medaille nicht außer acht lassen darf. Wenn zum Beispiel die Rentner über Nullrunden schimpfen, muß man sich mal erinnern, was ein Rentner in den 50er oder 60er Jahren hatte. Da war nicht Eigenheim, Auto und reichlich Urlaub drin.
Trotzdem, und das ist unabhängig von allen früheren Hins und Hers für mich entscheidend, könnte das Land sozialer sein, als es ist, ohne dass es den Bessergestellten wirklich schlechter ginge.
__________________ Der Zweck der Diplomatie ist die Verlängerung von Krisen!
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03.12.2009 00:21 |
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Günter
Administrator
      
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| Zitat: |
Original von Quark
| Zitat: |
Original von Günter
Auch bei seinen Privateinkäufen?  |
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Wenn Du von "dem Mittelstand" sprichst, kannst Du ja wohl kaum den mittelständischen Unternehmer meinen, der besonders durch die Mehrwertsteuererhöhung betroffen war. Der war nicht anders betroffen wie jeder andere Arbeitnehmer, Unternehmer oder Privatmann betroffen. Also kann Dein Argument dann nicht stimmen.  |
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Nicht anders, aber genauso! Obwohl der kleine mittelständische Unternehmer in der Regel nicht 37,5 Stunden in der Woche arbeitet, sondern 60 bis 70 Stunden!
Naja, vielleicht weißt Du es nicht (oder doch?), ich kenne genug mittelständische Unternehmer, denen es unterm Strich seit Jahren wirtschaftlich nicht besser geht als wie dem "kleinen" Angestellten! Diese kleinen Unternehmer setzen möglicherweise viel um, aber unterm Strich müssen sie auch sparen. Und sie leiden unter der total überzogenen Besteuerung im Vergleich zu den bevorzugten Kapitalgesellschaften!!
Aber auch unter der Mehrwertsteuererhöhung, genauso wie der Kfz-Schlosser oder der Buchhalter.
__________________ Liebe Grüße
Günter

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03.12.2009 04:38 |
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Günter
Administrator
      
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| Zitat: |
Original von Quark
Aber ist das Land unsozial, weil es sozialer sein kann? Wo ist denn das Ende der sozialen Spirale? Wann ist denn das Land dann nicht mehr unsozial, wo ist das Ende erreicht? Es wird immer ein noch sozialer geben. |
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Einspruch, Euer Ehren, seit der Regentschaft von Don Basta läuft diese Spirale doch genau entgegengesetzt!!!
Die wirklich Reichen werden in vorher nie gesehener Geschwindigkeit immer reicher, zusätzlich noch wie nie vorher gesehen steuerlich entlastet und das "Fußvolk" findet keine Arbeit mehr oder nur Sklavenhändler-Ausbeutungs-Jobs und muss sich infolgedessen zusätzlich zum Fulltime-Job als HartzIV-Bettler diskriminieren lassen!
Es ist ja nicht so, das die Linken und einige SPDler einen großen Ruck nach links fordern, wie die unsachliche Hetze immer behauptet!
Zunächst einmal wären die Politiker der Partei Die Linke und der SPD doch schon sehr froh, wenn wir auch nur annähernd wieder eine gerechte Besteuerung erreichen könnten, wie sie unter Helmut Kohl Gesetz war.
Zurück zu Kohls Politik, ist das denn nun wirklich der totale Schritt nach links? Überleg doch mal!!!
__________________ Liebe Grüße
Günter

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03.12.2009 04:44 |
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Grubendol
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| Zitat: |
Original von Günter
Einspruch, Euer Ehren, !!! (...)
das "Fußvolk" findet keine Arbeit mehr oder nur Sklavenhändler-Ausbeutungs-Jobs und muss sich infolgedessen zusätzlich zum Fulltime-Job als HartzIV-Bettler diskriminieren lassen! |
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Einspruch, Euer Ehren, wir haben 10.000 Arbeitslose in der Stadt und kriegen keine Fahrer. Gestern war erst wieder einer da, der seit Jahren als Aushilfe bei einer anderen Firma gefahren ist, dem sie jetzt aber von der ARGE auf die Füße treten, dass er einen festen Job macht. Der sagte klipp und klar, dass er eigentlich gar keinen festen Job wolle, wir sollten mal auf den Zettel schreiben, dass er "nicht geeignet" sei - ganz im Ernst, ich hätte auf den Zettel geschrieben, dass der Mensch überhaupt nicht arbeiten will, damit er mal eine fette Sperre kriegt.
__________________ "So seid ihr Menschen: Wenn euer Bauch spricht, vergesst ihr den Verstand.
Wenn euer Verstand spricht, vergesst ihr euer Herz.
Und wenn euer Herz spricht, vergesst ihr alles."
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Der Erleuchtung ist es egal, wie du sie erlangst!
Dieser Beitrag wurde schon 1 mal editiert, zum letzten mal von Grubendol am 03.12.2009 09:04.
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03.12.2009 09:03 |
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toffil
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Dabei seit: 10.08.2009
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| Zitat: |
Original von Quark
| Zitat: |
Original von toffil
Trotzdem, und das ist unabhängig von allen früheren Hins und Hers für mich entscheidend, könnte das Land sozialer sein, als es ist, ohne dass es den Bessergestellten wirklich schlechter ginge. |
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Aber ist das Land unsozial, weil es sozialer sein kann? Wo ist denn das Ende der sozialen Spirale? Wann ist denn das Land dann nicht mehr unsozial, wo ist das Ende erreicht? Es wird immer ein noch sozialer geben. |
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Ich denke, ich habe das deutlich ausgedrückt:
Erstens ist Deutschland nicht per se unsozial, weil es im Vergleich zu den meisten Ländern der Erde gut abschneidet.
Zweitens beachte meine Aussage "ohne dass es den Bessergestellten wirklich schlechter ginge". Das heißt, der gesamten Gesellschaft in Deutschland könnte es wirtschaftlich so gut gehen, dass niemand Grund zur Klage hat, es sei denn es wäre ein Grund zur Klage, nur einmal im Jahr in den Urlaub fahren zu können.
__________________ Der Zweck der Diplomatie ist die Verlängerung von Krisen!
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03.12.2009 11:05 |
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toffil
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Dabei seit: 10.08.2009
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| Zitat: |
Original von Grubendol
Einspruch, Euer Ehren, wir haben 10.000 Arbeitslose in der Stadt und kriegen keine Fahrer. Gestern war erst wieder einer da, der seit Jahren als Aushilfe bei einer anderen Firma gefahren ist, dem sie jetzt aber von der ARGE auf die Füße treten, dass er einen festen Job macht. Der sagte klipp und klar, dass er eigentlich gar keinen festen Job wolle, wir sollten mal auf den Zettel schreiben, dass er "nicht geeignet" sei - ganz im Ernst, ich hätte auf den Zettel geschrieben, dass der Mensch überhaupt nicht arbeiten will, damit er mal eine fette Sperre kriegt. |
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Diese Leute haben Hartz IV erst ausgelöst!
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03.12.2009 11:06 |
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Quark
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Dabei seit: 24.08.2007
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| Zitat: |
Original von Günter
Naja, vielleicht weißt Du es nicht (oder doch?), ich kenne genug mittelständische Unternehmer, denen es unterm Strich seit Jahren wirtschaftlich nicht besser geht als wie dem "kleinen" Angestellten! Diese kleinen Unternehmer setzen möglicherweise viel um, aber unterm Strich müssen sie auch sparen. Und sie leiden unter der total überzogenen Besteuerung im Vergleich zu den bevorzugten Kapitalgesellschaften!!
Aber auch unter der Mehrwertsteuererhöhung, genauso wie der Kfz-Schlosser oder der Buchhalter. |
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1. Ich kenne sie auch, die mittelständischen Unternehmer. 
2. Also ist Deine Argumentation, alle haben durch die Mehrwertsteueranhebung gelitten, warum sagst Du dann aber, der Mittelstand leide insbesondere unter der Mehrwertsteuererhöhung?
3. Die Unternehmenssteuern der Kapiitalgesellschaften haben nichts mit der Mehrwertsteuer zu tun.
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In der Politik geschieht nichts zufällig. Wenn es geschieht, dann kann man darauf wetten, dass es genauso geplant war. Franklin D. Roosevelt
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03.12.2009 12:57 |
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Quark
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Dabei seit: 24.08.2007
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| Zitat: |
Original von Grubendol
Einspruch, Euer Ehren, wir haben 10.000 Arbeitslose in der Stadt und kriegen keine Fahrer. Gestern war erst wieder einer da, der seit Jahren als Aushilfe bei einer anderen Firma gefahren ist, dem sie jetzt aber von der ARGE auf die Füße treten, dass er einen festen Job macht. Der sagte klipp und klar, dass er eigentlich gar keinen festen Job wolle, wir sollten mal auf den Zettel schreiben, dass er "nicht geeignet" sei - ganz im Ernst, ich hätte auf den Zettel geschrieben, dass der Mensch überhaupt nicht arbeiten will, damit er mal eine fette Sperre kriegt. |
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Solche Ausnahmen hat es immer gegeben, gibt es heute überall und wird es auch immer wieder geben. Das sind keine Beispiele für die Ziele, die mit der Hartz-IV Gesetzgebung vorgenommen wurden.
Zum Thema passt das auch höchstens in der Form, als dass diese Menschen "unsozial" sind - ein weiterer Beweis, dass nicht Deutschland unsozial ist, weil selbst diese Menschen noch die soziale Sicherung haben. 
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In der Politik geschieht nichts zufällig. Wenn es geschieht, dann kann man darauf wetten, dass es genauso geplant war. Franklin D. Roosevelt
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03.12.2009 13:04 |
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Günter
Administrator
      
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| Zitat: |
Original von Quark
2. Also ist Deine Argumentation, alle haben durch die Mehrwertsteueranhebung gelitten, warum sagst Du dann aber, der Mittelstand leide insbesondere unter der Mehrwertsteuererhöhung? |
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Weil der Mittelstand nicht gleichzeitig spürbar entlastet wurde. Denn von den mehrmaligen Körperschaftssteuerhalbierungen hat der Mittelstand bekanntlich nichts. Wohl aber die Großkonzerne, die milliardenschwer entlastet wurden.
| Zitat: |
| 3. Die Unternehmenssteuern der Kapiitalgesellschaften haben nichts mit der Mehrwertsteuer zu tun. |
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Doch. Insofern, als dass sowohl der kleine Mann, der HartzIV-Empfänger, die Friseurin, der Facharbeiter, aber auch der Mittelständler im privaten Bereich die höhere MwSt voll aufwenden muss. (Da kann auch er nichts abziehen, wenn er nicht betrügt.)
Der Großaktionär zahlt in seinem privaten Bereich zwar auch die höhere MwSt, aber dem hat man ja durch die massive Senklung der Körperschaftssteuer seine Gewinne (Dividenden nennt man das) riesig erhöht!
Es bleibt dabei: Unterm Strich wurden seit Schröder die Kapitalgesellschaften (und damit die Aktionäre) massiv entlastet und alle anderen wurden immer mehr belastet.
Es geht ja nicht nur um die Mehrwertsteuererhöhung, die vor allem die Ärmeren trifft. Es geht darum, das die ganze Besteuerung absolut ungerecht ist. Schon mal das Stichwort Steuerbauch gehört. Schon mal gehört, dass die Kapitalgesellschaften im Verhältnis viel niedriger besteuert werden als wie mittelständische Unternehmen?
Die Albrechts und die Schleckers - und wie sie alle heißen - werden doch steuerrechtlich den Familienunternehmen gegenüber bevorteilt. (Und das, obwohl nach wie vor der Mittelstand die meisten Arbeitsplätze in Deutschland stellt, nicht die Kapitalgesellschaften!)
Willst Du das alles ernsthaft bestreiten?
__________________ Liebe Grüße
Günter

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03.12.2009 13:29 |
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toffil
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| Zitat: |
Original von Quark
Die soziale Absicherung kann niemals so hoch sein, dass niemand Grund zur Klage hätte. Die Latte immer höher legen ist keine Lösung der Probleme. |
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Doch! Man kann durchaus definieren, was für ein menschenwürdiges Leben in unserer Gesellschaft angemessen ist. Das wird ja heute mit Hartz IV gemacht, nur dass man sich nicht darum schert, was menschenwürdig ist.
Dass immer jemand meckern wird, ist klar, aber Grund zum Meckern haben ist etwas anderes.
Ich habe meinen Kindern, die sich mit sieben und drei Jahren schon echauffieren, wenn die Hose nicht zu den Schuhen paßt und umgekehrt, gestern das Video meiner letzten Ukraine-Moldawien-Reise gezeigt. Als Erstes sahen sie einen Jungen, der mit saudreckigen Hosen und barfuß durch den Schlamm lief. Da haben sie zumindest mal kurz nachgedacht.
Ich bin davon überzeugt, dass man entsprechende Standards definieren kann.
__________________ Der Zweck der Diplomatie ist die Verlängerung von Krisen!
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03.12.2009 15:05 |
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