Grubendol
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| Fritzl - ein Kerl wie wir |
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Fritzl - ein Kerl wie wir
von Sybille Hamann, FR, 16. März 2009
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Josef Fritzl ist nicht das Gegenbild zur gesellschaftlichen Normalität in diesem Land, sondern dessen extreme Zuspitzung. Das Milieu, das ihn und seine Gewalttaten hervorgebracht hat, ist den meisten Österreichern und Österreicherinnen nur allzu vertraut: Es ist die autoritäre, katholische, patriarchale Kernfamilie, wie sie auf dem Land und in der Kleinstadt noch heute als Norm gilt.
Wir haben aus dem einstigen Alltag der - angesehenen und allseits beliebten - Amstettner Familie Fritzl in den vergangenen Monaten einige Details erfahren. Der Vater sagte, was zu geschehen hat, die Kinder schwiegen. Reden durfte nur, wer gefragt wurde, und wer nicht gehorchte, fing sich eine Ohrfeige ein. Die Ehefrau hatte er "im Griff", wie man so schön sagt. Sie erfüllte brav ihre Haushaltspflichten, sie war dabei still und sehr sparsam, denn finanziell hielt er sie an der kurzen Leine. Vor Nachbarn und Verwandten wies er sie mit demütigenden Bemerkungen zurecht. Wenn so ein Vater sagt, keiner darf in den Keller, dann kann er sicher sein, dass sich keiner in den Keller traut.
Diese Art Familie kennt jeder in Österreich. In ihr ist Gewalt quasi strukturell eingebaut - noch ehe das ganz große, grausige Verbrechen geschieht. Dennoch genießt diese Art Familie einen gesellschaftlichen Vertrauensvorschuss, den sie eigentlich gar nicht verdient. (...)
http://www.fr-online.de/in_und_ausland/p...rl-wie-wir.html |
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- Der Dieb von Bagdad
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16.03.2009 16:33 |
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