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Engpaß bei Bio-Produkten
Liebe Gäste, liebe Mitglieder,
viele haben es vor Jahren prophezeit - die Biobranche wird wachsen, die Nachfrage steigen. Doch seit 2005 stellten immer mehr Bundesländer die Umstellungsprämien für den Bioanbau ein. Jetzt ist der Boom da, und in vielen Supermärkten gibt es Engpässe. Das Ausland profitiert nun von der Entwicklung.
Ich kenne genug Bauern in meinem Umfeld, die mir in den vergangenen Jahren immer wieder sagten, dass sich der Bio-Anbau nicht durchsetzen wird. Immer mit dem etwas trotzigen Argument, dass der konventionelle Anbau auch gute Produkte produzieren würde.
Bericht
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Liebe Grüße
Günter
Ich bin eine Großstädterin, die immer wieder gerne zu Besuch nach Otterndorf kommt. Nach meiner Beobachtung gibt es hier im Norden eher wenig Biobauern. Der Trend zu Biogemüse war doch in den letzten fünf Jahren absehbar. In den Städten entstanden in diesem Zeitraum größere Biomärkte, die nach meiner Beobachtung gut besucht wurden und noch werden.
Haben dies die Bauern hier oben und anderorts in Deutschland die wachsende Nachfrage nach Bioprodukten nicht bemerkt oder gibt es noch andere Gründe? Im Ausland hat man sich offenbar früher auf die Produktion von Biogemüse eingestellt, denn viele Bioprodukte werden offenbar aus dem Ausland geliefert.
Es grüßt
Frau P.
Bio - Trend auf der Grünen Woche
Guten Morgen,
tagesschau.de meldet, dass einer der Trends auf der Grünen Woche in Berlin die Bio-Produkte sind.
Da es in Deutschland zu wenig Bio-Bauern gibt, müssen viele Bio-Erzeugnisse aus dem Ausland importiert werden.
Offensichtlicht haben die meist konservativen Bauern in Deutschland diesen Trend verpasst.
Nun heißt es umzudenken!
Hier der Bericht von tageschau.de
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Liebe Grüße
Günter
Das wird dazu führen, dass man dem Label BIO erst recht nicht mehr trauen kann. Wer extra aus Übersee importierte BIO- Erzeugnisse konsumiert, hat den Schuss eh nicht gehört, und außerdem gibt es bereits Erzeugnisse aus der Nachbarschaft, die ohne das Etikett mindestens ebenso gesund sind.
Da ich einen hochallergischen Bioindikator in der Familie habe, kann ich das auch belegen.
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mens irritans contra vitam corpore destinatam
Das ist exakt das Problem! Lange Transporte sind überhaupt nicht sindvoll und ökologisch auch sehr bedenklich.
Nur Schuld daran sind in erster Linie unsere hiesígen Bauern. Mit vielen hatte ich in den vergangenen Jahren diesebezüglich immer wieder Diskussionen zu diesem Thema.
Grundtenor war:
Der Bio-Anbau wird sich nicht durchsetzen! Und der konventionelle Anbau produziert auch gute Produket!
Es waren bei den Erzeugern leider allzu oft idiologische Probleme! Schon, weil Grüne den Bio-Anbau beführworteten, konnte er ja nicht gut sein
Liebe Grüße
Günter
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Liebe Grüße
Günter
Inzwischen sind allerdings viele - nicht alle - Schwarze auch ohne BIO teilweise grüner als die Grünen geworden. Siehe PAULSEN und die WINDPARKER.
Den Grünen bleibt unbestritten, die Entwicklung in Gang gebracht zu haben.
http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,457861,00.html
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mens irritans contra vitam corpore destinatam
Zitat:
Original von subkultur
Den Grünen bleibt unbestritten, die Entwicklung in Gang gebracht zu haben.
Richtig, allerdings sind sie dann später schlimmer mutiert, als es die bis dahin dafür bekannte FDP je gekonnt hätte.
Naja, die SPD hat ja eine ähnliche Entwicklung genommen ...
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Liebe Grüße
Günter
So, nun möchte ich einmal etwas zu den ewig gleichen Argumenten sagen, dass sich der kleine Mann (HartzIV etc.) Bio nicht leisten kann.
Ich war eben beim Penny einkaufen.
Dort gibt es Salatgurken:
Konventionell:
1,19 €
Bio:
1,29 €
Die Gurken sind etwas gleich groß.
Noch Fragen?
Danke Gerhard Schröder!
Guten Abend zusammen!
Übrigens ist immer wieder ist zu hören, dass auch Bio-Produkte nicht frei von Schadstoffen sind. Auch dort gäbe es angeblich viele schwarze Schafe.
Diese Behauptung ist eindeutig falsch!
Auf der Homepage des BÖLW (Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft e.V.) können Sie zur Frage "Ist Bio drin, wo Bio drauf steht?" folgendes lesen:
Zitat:
Ist Bio drin, wo Bio drauf steht? Strenge Kontrolle entlang der Prozesskette
Das Kontrollsystem für Produzenten von Bio-Lebensmitteln ist eines der dichtesten und wirksamsten im Lebensmittel- Bereich. Bio-Bauern und Lebensmittelhersteller werden europaweit nach einem einheitlichen gesetzlichen Standard mindestens einmal jährlich kontrolliert. Erzeugungs- und Verarbeitungsprozesse und alle für das Bio-Produkt verwendeten Rohstoffe, Zutaten und Hilfsmittel werden bei den Kontrollen über alle Stufen auf ihre Zulässigkeit in Bio-Lebensmitteln geprüft.
Sichere Bio-Lebensmittel durch ein lückenloses Kontrollsystem
Die besondere Qualität von Bio-Lebensmitteln wird durch einen systematischen und lückenlosen Kontrollprozess gesichert, der alle an der Herstellung beteiligten Unternehmen - vom Landwirt über die Mühle, Transporteure, Händler, Lebensmittelhersteller bis zum Großhandel - mit einbezieht. Die Prozesskontrolle entlang der Lebensmittelkette ermöglicht eine Rückverfolgung aller Bio-Lebensmittel bis hin zu den Erzeugern der Rohwaren. Grundlage dieser Prozesskontrolle sind umfassende Aufzeichnungen durch die Unternehmen. Diese umfassen die Rohwarenbeschaffung, Lagerung und Verwendung von Zutaten, Rezepturen und Verbrauchsaufzeichnungen sowie den Verkauf. Für alle eingesetzten Bio-Komponenten muss dabei zweifelsfrei die Bio-Herkunft belegt werden. Mit diesen Maßnahmen kann ein Abgleich zwischen verkauften Bio-Lebensmitteln und eingekauften Rohstoffen vorgenommen werden (Mengenflusskontrolle). In allen Unternehmen werden bei den Kontrollen zudem die Ackerflächen, Tiere, Lagerstätten sowie die Herstellungs- und Verkaufsräume begutachtet. Auch die Betriebsmittel wie Saatgut, Dünger und Futtermittel sowie alle Rohwaren und Zusatzstoffe werden auf ihre Zulässigkeit geprüft.
Kntrollstellen und -behörden in Deutschland und der EU
Die Kontrolle der Ökologischen Lebensmittelwirtschaft ist durch die EG-Öko-Verordnung [1] geregelt. Die einzelnen Mitgliedstaaten haben zudem weitere Regelungen zur Zulassung und Überwachung von Kontrollstellen sowie zur Sanktionierung von Unternehmen im Fall eines Verstoßes gegen die EG-Öko-Verordnung erlassen. In Deutschland regelt das Öko-Landbaugesetz [2] die Strafverfolgung bei missbräuchlicher Kennzeichnung von Lebensmitteln mit Bio-Hinweisen sowie das Zulassungsverfahren für Kontrollstellen [3]. Die Zulassung von Kontrollstellen erfolgt durch die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE), die Überwachung durch die Bundesländer. Alle Kontrollstellen müssen eine Arbeitsweise nach der EN-Norm 45011 nachweisen, um Neutralität, Objektivität und Zuverlässigkeit sicherstellen zu können [4].
Ablauf der Kontrollen und Sanktionen
Bevor ein Landwirt Bio-Lebensmittel erzeugen oder ein Lebensmittelhersteller
solche produzieren und in Verkehr bringen darf, muss das jeweilige Unternehmen sich bei einer Kontrollstelle anmelden und die Erstkontrolle, bei welcher die Einhaltung der Anforderungen der Bio-Verordnung bestätigt wird, erfolgreich durchlaufen. Ackerflächen und Tiere der landwirtschaftlichen Betriebe müssen dabei Umstellungsfristen von bis zu drei Jahren einhalten.
Mindestens einmal jährlich wird jedes Unternehmen daraufhin umfassend kontrolliert; diese Kontrolle erfolgt in der Regel angemeldet. Zusätzlich werden bei mindestens 10 % aller Unternehmen unangemeldete Stichprobenkontrollen durchgeführt. Die Auswahl dieser Unternehmen erfolgt nach festgelegten Risikokriterien. Hierzu zählen vor allem das bisherige Auftreten von Verstößen gegen die Bio-Verordnung und die parallele Erzeugung von Bio- und konventionellen Lebensmitteln [5].
Stellen die Kontrollstellen fest, dass Bio-Lebensmittel mit Hilfe unzulässiger Zutaten (z.B. aus konventioneller Landwirtschaft) hergestellt wurden, wird der Verkauf dieser Produkte untersagt. Bereits im Handel befindliche Ware muss zurückgerufen oder als konventionell gekennzeichnet werden. Zudem werden die Verstöße als Ordnungswidrigkeiten geahndet.
Unternehmen, die wiederholte oder schwerwiegende Verstöße begehen, wird der Verkauf von Bio-Lebensmitteln gänzlich untersagt.
Sichere Bio-Lebensmittel auch aus Nicht-EU-Staaten
Auch Bio-Lebensmittel, die in die EU eingeführt werden, werden nach einem gleichwertigen Kontrollsystem geprüft. Hierzu müssen Hersteller wie Kontrollstellen die Einhaltung der EU-Erzeugungsrichtlinien für Bio-Lebensmittel belegen. Bestimmte Drittstaaten haben hierzu eine allgemeine Anerkennung ihrer Bio-Kontrollstellen erhalten, in allen anderen Fällen muss für jedes Bio-Produkt eine einzelne Ermächtigung zum Import beantragt werden [6]. In diesem Verfahren prüft die BLE die Gleichwertigkeit der Erzeugung und die Arbeitsweise der ausländischen Kontrollstelle.
Weiterentwicklung des Kontrollsystems - Datenaustausch, Internetverzeichnis der kontrollierten Unternehmen und stufenübergreifende Rückverfolgbarkeit
Nach längerer freiwilliger Praxis wurde im Jahr 2005 der Datenaustausch zwischen Kontrollstellen gesetzlich vorgeschrieben. Verkaufsmengen eines Rohwarenherstellers werden nun im Rahmen eines sogenannten Cross-Checks regelmäßig mit Einkaufsmengen von Abnehmern verglichen und gegen geprüft, wodurch potenziellen Betrügern die Verwendung unzulässiger Rohwaren erschwert wird.
Seit Januar 2006 gibt es ein öffentlich zugängliches Internet-Verzeichnis aller kontrollierten Bio-Unternehmen [7]. Darauf aufbauend können über diese Plattform auch einzelne Partien an Bio-Ware registriert und damit ihre Herkunft gesichert werden. Dieses Projekt befindet sich aktuell im Aufbau [8].
Die in Deutschland tätigen Kontrollstellen haben zusätzliche Vorschläge für die Weiterentwicklung des Kontrollsystems erarbeitet [9]. So werden strengere und intensivere Kontrollen bei Risikounternehmen gefordert, während die Kontrollanforderungen an Kleinunternehmen reduziert werden sollten. Bei letzteren ist das Risiko, unzulässig Bio-Waren in den Markt zu bringen, aufgrund ihrer einfachen Strukturen und kleinen Produktionsmengen viel geringer.
Im vergangenen Jahr wurde mit dem Datenstandard "organicXML" [10] die Basis für eine stufenübergreifende Rückverfolgbarkeit von Bio-Lebensmitteln entlang der gesamten Prozesskette vom Landwirt bis zum Lebensmittelhersteller geschaffen. Der Datenstandard soll den Austausch von Warendaten zwischen allen beteiligten Unternehmen der Bio-Prozesskette ermöglichen und den Kontrollstellen die Beobachtung, Prüfung und Freigabe der Warenbewegungen erleichtern. Auf diese Weise wird das Kontrollsystem sicherer und zugleich effizienter und reagiert damit auf die steigenden Anforderungen in einem wachsenden und anonymeren Markt. Potenziellen Betrügern wird hiermit der Zutritt zum Markt weiter erschwert, Rohwaren unklarer Herkunft könnten nicht mehr angeboten werden.
(Quelle: boelw.de)
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Liebe Grüße
Günter
Im Handel mag das für Supermärkte zutreffen zutreffen, auf einem x-beliebigen Wochenmarkt würde ich dafür nicht die Hand ins Feuer legen.
Zudem kommt noch, dass im Winter auch z.B. BIOerdbeeren und -bananen einen langen Transport überstehen müssen, der wiederum die Umwelt schädigt.
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mens irritans contra vitam corpore destinatam
Auf Märkten wird auch kontrolliert, glaub ich
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